
Der filmische Tryptichon von Juergen Chill ( 1968 ) entwirft groteske Architekturmomente,
die einer Vielzahl von hypothetischen Regeln populärer Video- und Computerspielkultur
unterworfen sind. Humorvoll werden Fenster aus Häusern herausgeschossen,
- ein Hochhaus durch TETRIS erbaut und –hinter Fenstern eines Geschosses
modelliert sich die Komplexität eines Hauses und seines einzigen Bewohners,
- vom Keller bis zum Dachgeschoss.
Durch den ungewöhnlichen Sprung in den Cyberspace der Spiele erschaffen
die architektonischen Fragmente, - aus der realen Welt zurückgeworfen
in den digitalen Fiktionsraum, szenischen Parodien. Überzeugend ironisieren
die Animationen den haltlosen „Spielzustand“ von Architektur und
Architekturgenerierung, jenseits von ästhetisierenden Bildzyklen und
psychologisierenden Selbstversuchen- das macht sie besonders wertvoll.
Jurybewertung Filmfestival Architektur und Film Berlin, 2004
“Three Video Fragments“ besteht aus drei Kurzfilmen, die sich
auf kritische Weise mit der gewöhnlichen Logik bestehender Architektur
und Raum auseinandersetzen. Manipulation, Verfremdung und Konfrontation sind
wesentliche Bestandteile dieser Serie.
In HAUS I und HAUS III werden durch das Aufgreifen von Videospielen humoristische
Momente mit bestehender europäischer Architektur kombiniert.
In HAUS II ist ein komplettes Haus mit Küche, Keller, Flur, etc. auf
eine Ebene gebracht worden und zieht langsam am Betrachter vorbei. Der Betrachter
„läuft“ dieses Haus ab und wird mit dem Verhalten des Bewohners
direkt konfrontiert.
THREE VIDEO FRAGMENTS is a series of three short videos that provides a critical look at the usual logic of architecture and space. Manipulation, change and confrontation are essential elements of this series. HAUS I and HAUS III : Combination of humorous elements (traditional video games) and ordinary, everyday European architecture. HAUS II: An entire house with hall, cellar, kitchen and so on has been made up on an even level in HAUS II. This house slowly files past the visitor. The visitor »wanders« around the house and is directly confronted with the behaviour of its inhabitants.
Jürgen Chill, 2003